Monatsarchiv August, 2010

die meinungsfreiheit nehm ich mir

die redaktion: ein lügenheer
das menschlichkeit verachtet
der leser: darwins grand malheur
sein geist ist schwer umnachtet

der chef: ein pfau, bigott und dreist
zum pinkeln braucht er lupen
sein “hirn” um denkbar wenig kreist:
skandale, tote, hupen

bevor ich dieses drecksblatt les
geh ich mein pipi schlürfen
bild, hör auf mich: stirb und verwes!
man wirds doch sagen dürfen

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der schlimmste hetzer seit heiner geißler

er fürchtet sich vorm muezzin
vor türkischem gemüse
die sollen doch nach suez ziehn!
dem thilo geht die düse

wenn meine enkel flügge sind
dann ist das kopftuch standard
ja seid ihr denn meschügge, blind?
bald sind wir unterwandert!

er geifert, faselt, hetzt und bellt
in england hieß er wanker
die schlimmste kombi auf der welt:
politiker und banker

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was vom brote übrig bleibt

was morgens auf dem teller bleibt
präzis: auf dem der kinder
ist anlass zum familienstreit:
vom vollkornbrot die rinder

moment! da hab ich mich vertan
ich meinte doch die rinden
die sieht der nachwuchs mürrisch an
in rom, new york und minden

als ob der rand mit gift getränkt
und voller toter fliegen
so läuft es, seit der mensch gedenkt:
man lässt ihn einfach liegen

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ein moralist mit ärmel oben

egal ob er in bayreuth wachte
egal, ob er in bingen schlief
er produzierte kunst, die krachte:
sir hansdampf christoph schlingensief

ein moralist mit ärmel oben
die haussegen, sie hingen schief
er ließ die visionen toben
kein fangnetz: so war schlingensief

jetzt ist er tot und alles trauer
selbst sopranisten singen tief
kein künstler war je bauernschlauer
er fehlt schon jetzt, der schlingensief

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festivals (4): m’era luna

das licht gedämpft, die stimmung auch
wer lacht, macht sich verdächtig
die kleidung schwarz: so ist es brauch
patchouli duftet mächtig

zwei schritte vor und zwei zurück
sie tanzen wie die leichen
das samtgewand ein einzelstück
fühl mal den stoff, den weichen

statt bier gibts mittelalten met
am arm trägt vera runen
die sisters spielen ziemlich spät
welcome to m’era lunen

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lyrical globalization

i thought about it rational
twelve lines goes international
in times of harsh globalizations
i have to branch out through the nations

so bye-bye german, welcome english
in future days you won’t distinguish
my poems from the ones by pinter
they keep you warm come fall, come winter

with silken rhymes as sweet as honey
like william shakespeare but more funny
so put your hands up in the air
and wave ‘em like you just don’t care

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der kinderkatapult

ein kind ist brot und salz der welt
das ziel all unsres strebens
was will ich macht? was brauch ich geld?
ein kind ist sinn des lebens

doch manchmal, wenn man ehrlich ist
dann nervt das balg wie hulle
es schreit, es bockt, es baut nur mist
will kekse stets, nie stulle

was hilft? der kinderkatapult!
dort wird ganz unverdrossen
das lümmelgör erst eingelullt
und dann zum mond geschossen

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