Archiv für die Kategorie „kulinarik“

der erste brei

der löffel naht. der blick wird scharf:
das wagst du nicht! protest! ich stampf!
glaub bloß nicht, dass du alles darfffffff
zu spät. schon drin: kartoffelmampf

die wände wackeln. blut gerinnt
in adern. mark erschüttert schrei
wer füße hat, der flieht geschwind:
das baby kriegt den ersten brei

es brüllt mit luft und ganz viel willen
die polizei tritt türen ein:
tun sie hier etwa kinder grillen?
wenn ja, dann lassen sie das sein



mehr meerschwein nagen

zum frühstück trink ich hamstersaft
dazu gibts biberschnitzel
pürierte feldmaus sorgt für kraft
und ölt gelenk nebst ritzel

als zwischensnack ein eichhornfuß
vom murmeltier das händchen
verfeinert mit chinchillajus:
pikante meerschweinlendchen

moral? niveau? ich geb nen schiss
mein lebenszustand: flüchtig
verfolge jeden überbiss
ich bin wohl nagersüchtig



du isst kein fleisch?

du isst kein fleisch? tatsächlich? wow!
auch keine gans und pute?
kein huhn? kein lachs? kein kabeljau?
das find ich wirklich gut, ähh

du isst kein fleisch? wie löblich, toll!
ich auch nicht. bis auf würstchen
und scampis. sind das tiere? *lol*
von tofu krieg ich dürstchen

du isst kein fleisch? ist das gesund?
da fehlt dir doch das eisen!
so wirst du niemals kugelrund
darfst nie nach chile reisen



terminator 3 – rebellion der oliven

vor zwanzig jahren war er wer
bekannt von seoul bis nizza
der cyborg mit dem sturmgewehr
doch heute backt er pizza

die welt gerettet, ganz allein
und niemand tats ihm lohnen
drum kocht er pasta cyberdine
und neigt zu aggressionen

bestellst du was, kommt er vorbei
(er liefert selbst an bonner)
dann schießt er sich die fahrbahn frei
wie einst mit sarah connor



agent orange – a fire that doesn’t burn

am sonntag war sie knackig noch
und äußerst optimistitsch
jetzt pfeift sie auf dem letzten loch
sieht aus wie alex ristic

ihr zartes fell schreckt esser ab
die haut gibt nach wie grütze
es riecht wie mariannengrab
und unten wächst die pfütze

sie träumt im pilzpelz vom idyll:
dem mandarinenhimmel
doch dann: ein weitwurf in den müll
igitt. da ist ja schimmel!



tod durch ei? bin nicht dabei!

bei uns regiert das dioxin
drum werde ich nach rio ziehn

dort stirbt man ehrlich: durch macheten
von kokssoldaten plattgetreten

die fußgelenke betoniert
und dann dem copahai serviert

mojito wird gemischt mit gift
der bogenpfeil die lunge trifft

erschossen mit ner smeth & wisson
den zuckerhut hinabgeschmissen

skelett, organe – alles brei
das zieh ich vor dem tod durch ei



brot statt böller

silvester wird erst richtig nett
durch acht, neun kilogramm baguette

was brauch ich bunte pressluftschlangen?
mir reichen meine weizenstangen

die werden ins fondue getaucht
geröstet, bis die kruste raucht

das raclette wird gourmös verfeinert
durch backwerkstückchen, hübsch zerkleinert

als nachtisch sorgt es für entzücken
tut mans mit mon chėri bestücken

final wird es mit rum begossen
gezündet und ins all geschossen



spätere Gedichte frühere Gedichte
  • Zufallsgedicht
  • flattr me

  • Das Gedichtsabo   
  • Zwölf Zeilen bei Facebook   Verfolge mich auf Twitter
  • Reklame

    xquiro.de - onlineagentur mainz und münchen
  • noch mehr reklame