Archiv für die Kategorie „literatur“

literatur der welt (7): ignaz oder die verschwörung der idioten

wenn idioten sich verschwören
menschheitsreste sich empören
schreie nach vernunft verpuffen
sausen jedermann die muffen

alles deppen bis auf einen:
grüne mütze, tweed an beinen
hasst die arbeit, schreibt pamphlete
zieht groteskes wie magnete

zettelt aufruhr, schenkt dir würste
fressmarxist mit kleiderbürste
keine liebe, keinen smiley:
wirrkopfkönig ignaz reilly

 



literatur der welt (6): clive barker

ich wüsste gern, was steht denn drin
im ersten buch des blutes?
ein tipp, bei dem ich sicher bin:
auf jeden fall nichts gutes

und ja, es stimmt. der saft, er spritzt
im meterhohen bogen
der mörder: quält. der fleischer: schlitzt
der dämon: schlecht erzogen

romantik fehlt und schmalzdekor
kein happy end, kein küssen
die zombies haben null humor
weil sie stets töten müssen

 



tolstoi kam nur bis astapowo

lew tolstoi steigt in einen zug
vom grundbesitz hat er genug
nie wieder ruhm und interviews
nie mehr sofias birnenmus

hat arzt und tochter im gepäck
vergangenes stellt er ins eck
sitzt in der dritten klasse
hält frohgemut die tasse

doch was ist das? er windet sich
das lungenfell entzündet sich
der tod kommt, ganz pragmatisch
ein mann, ein werk: dramatisch

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literatur der welt (5): marcel proust – auf der suche nach der verlorenen zeit

einmal in den keks gebissen
und schon ist es da, das wissen
von der kindheit auf dem lande
als das leben ohne schande

in den tag hinein zu leben
klingt nicht schlecht. so will er streben
um was bleibendes zu schaffen
sind die stifte seine waffen

abends geht er zum salon
nippt am cognac, sagt pardon
zeit ist flüchtig. sie zu suchen
schafft man nicht. der rest ist fluchen

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prosit prosa luxemburg

wenn deppen
über treppen
rappen

wenn fichten
nur von pflichten
dichten

flüchtet der rosa
poser
in die prosa

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ghostbuster

draußen vorm fenster
da stehn zwei gespenster

ich öffne den laden
“was geht? wollt ihr baden?”

“noch platz in der wanne?
ich olaf, sie anne”

“sehr nett. ich heiß murray.
ne wurst ohne curry?”

“na klar. das geht immer.”
sie schweben ins zimmer

dort kryonisiere
ich beide wie tiere

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das doppelleben der dichter

am tage tut er stets charmant
der freiherr joseph eichendorff
des nachts nimmt schaufeln er zur hand
und häuft auf seine leichen torf

genauso harmlos und adrett
tut johann wolfgang goethe
sind menschen da, ist er erst nett
doch später heißts: ich töte!

die reihe ließ sich weiterführn
ob shakespeare, lessing, schiller
die dichter ham, so scheints, maniern
in wahrheit sind sie killer

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