Archiv für die Kategorie „wetter / jahreszeit“

vorsicht, dachlatrine!

der weg dorthin ist ziemlich weit
speziell für souterrainer
wer bleibt dort gern für lange zeit?
die antwort lautet: keiner

hat man den gipfel erst gestürmt
und keucht aus allen bässen
verflucht man sich als depp, gewürmt:
das klopapier vergessen

der regen nervt, der nachbar gafft
steht hinter den gardinen
wc-komfort ist abgeschafft
beware of dachlatrinen!



der städter in freier wildbahn

das ganze jahr sitzt er herum
im zimmer, fern vom wetter
doch schneit es, treibt ihn unrast um
ins freie zieht der städter

so untrainiert wie bernd das brot
setzt er sich auf den schlitten
er denkt: wie cool! doch schicksal droht
dem narr, der nie geritten

der punkt zum bremsen wird verpasst
der städter wankt und taumelt
natur ist hart. am nächsten ast
die unterlippe baumelt

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urlaubspläne im wohlfahrtsausschuss

das töten schlaucht, klagt robespierre
drum muss ein netter urlaub her

komm, lass mal stehn die guillotine
wir steigen in die tui-maschine

wie wärs, fragt lächelnd danton
wir fahren nach sankt anton?

erst boarden und dann aprés-ski
danach bist du so fit wie nie

bist narrisch? schrofft der rob perplex
dort toben wahnsinn, suff und sex

die ganze zeit “hey baby” singen?
da bleib ich hier bei meinen klingen



wo steht das haus vom nikolaus?

wo steht das haus vom nikolaus?
das frag ich mich seit jahren
er sieht ja wie ein hippie aus
mit bart und langen haaren

in san francisco, flower street?
auch woodstock kläng plausibel
vielleicht tanzt er zum techo-beat
auf goas höchstem giebel?

wo legt der mann die füße hoch?
wo schmiedet er die ränke?
und eine frage hätt ich noch:
wer bringt ihm die geschenke?

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das drama mit dem lama

im sommer hüpft es auf dem seil
und bändigt wilde tiger
wie selbstverständlich ist es teil
der ersten zirkusliga

doch kommt der winter, wird es hart:
der umzug in die zone
schon früh um acht ist es am start
und keinen juckts die bohne

es müht sich ab, jongliert und tanzt
singt lauthals la paloma
halts maul!, wird es dann angeranzt
du stinkst!, mokiert die oma

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die große umstellung

was ist das für ein schwerer trümmer:
die standuhr aus dem rokoko
wir schleppen sie vom arbeitszimmer
den flur entlang ins gästeklo
 
der wecker, der am nachttisch stand
wird küchenwärts verfrachtet
und auch die rolex hat die hand
die längste zeit gepachtet
 
ein trubel wie in kandahar 
die ganze wohnung ist im fluss
so läuft es alles halbe jahr
wenn man die uhr umstellen muss

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gleise rieselt das laub

das laub, das fällt. die lok, die streikt
bahn fühlt sich übergangen
was soll denn das?  der puls, der steigt
weil gestern sie noch hangen

floraler müll auf unsrem gleis
wer konnte damit rechnen?
und wer entfernt jetzt all den scheiß?
das ist das, was wir pech nennn

und dann sind linguistisch schlimm-
e durchsagen zu hören
nur wenig brauchts, um ordnung im
betriebsablauf zu stören

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