festivals (6): rock am ring

das publikum: ed hardy-fans
die rage und onkelz lieben
es spielen hundertfünfzig bands
sie kennen grad mal sieben

dazu kommt regen, sturm und wind
zehn grad gilt hier als hitze
du gibst es auf. zum zelt geschwind!
es bibbert jede ritze

und bist du endlich eingepennt
dann kommen fünf idioten
die “helga” brüllen ohne end
und auf dein zeltdach koten

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festivals (4): m’era luna

das licht gedämpft, die stimmung auch
wer lacht, macht sich verdächtig
die kleidung schwarz: so ist es brauch
patchouli duftet mächtig

zwei schritte vor und zwei zurück
sie tanzen wie die leichen
das samtgewand ein einzelstück
fühl mal den stoff, den weichen

statt bier gibts mittelalten met
am arm trägt vera runen
die sisters spielen ziemlich spät
welcome to m’era lunen

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festivals (3): nature one

die isomatte bleibt daheim
geschlafen wird hier eh nicht
dank pille, pulver, spray und leim:
die kondition hält ewig

zur stärkung gibt es ein omelett
mit fliegenpilz statt champignons
die beats mal smooth, mal hart wie brett
es flimmern strobo-lampions

raketenabschussbasistracks
erfreuen typ und dancemarie
amphetamine, party, sex
beim nature one stimmt die chemie

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festivals (2): haldern

die jeans geröhrt, am kinn wächst bart
so schlurft man auf den acker
gitarre ja, doch nicht zu hart
nick drake = obermacker

gram parsons’ werk komplett im stall
die shins? moderne helden!
hier stehn die leute auf the fall
limp bizkit? eher selten

statt dosenbier gibts roten wein
der wunsch: in würde altern
wär indierock ein turnverein
das sportheim stünd in haldern

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festivals (1): wacken

zum frühstück gibt es schlösser alt
und maidens schönste lieder
das zelt steht hinten links beim wald
das finden wir schon wieder

zum mittagessen korn mit sprite
wo steht noch gleich die bühne?
wann spielen slayer? ist noch zeit?
der vordermann: ein hüne

um null uhr dreißig wirst du wach
mit dreckverschmiertem nacken
die bands vorbei. im kopf ist krach
so läuft es ab in wacken

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bloodstock

love und peace und achtundsechzig
kennt doch heute keiner mehr
diese ignoranz, die rächt sich:
war is calling! bitte sehr!

damals gab es grünkernschnitzel
muttis stillten auf der wiese
heute nimmt man mofaritzel
drischt damit auf nachbars frise

nasen bersten, knochen splittern
rückenmark wird perforiert
sieh, was die verletzten twittern:
hatecore ist, wenn hass regiert



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