Archiv für die Kategorie „fußball“

kevin boateng – der dokter mit dem hammer

zwickts dir in der syndesmose
läuft ein innenband zu eng
hilft dir einer aus der chose:
doktor kevin boteng

rustikal sind die methoden
vollnarkose? nicht mit ihm
kev gibt gern den antipoden
zur bewährten medizin

er ist taub für jede predigt
leide still, es nützt kein jammer
was der stollen nicht erledigt
dafür nimmt er dann den hammer

alles schaben außer schwaben (17): 1899 hoffenheim

1899:
so viel fans hat euer club
einer liegt am stand und bräunt sich
softwaredrücker dietmar hupp

lob und preis gabs für die taktik
rangnick fing schon an zu labern
wachablösung! titelhattrick!
doch das war nur ralfs rhabarbern

ihr wollt schwaben sein? wie lachhaft!
werft das geld zum dorf hinaus
seelenlose kaufhausmannschaft
ab nach baden! alle raus!

sommerferien bei kuranyis

kevin k. muss tränen schlürfen
die wm sieht er vom sofa
poldi, gomez, klose dürfen
selbst cacau steigt auf sein mofa

doch was macht er nun im sommer?
schnippelt er am bart herum?
übt er rechtschreibung plus komma?
guckt er traurig? läuft er krumm?

geht er zu nem logopäden
um sein lifpeln zu kurieren?
zieht es ihn in waffenläden?
will er löw das fell tranchieren?

alles schaben außer schwaben (16): mainz 05

vorne blinkt das haar des bancén
hintendrin steht müller, heinz
fans belasten ihren ranzen
mit chantré. so läufts in mainz

zwischen euch und hessens hölle
gibt es nur den rhein, den dicken
ganz im gegensatz zu kölle
könn’n die narren hier auch kicken

bleibt am schluss ein einzger makel:
dass ihr keine schwaben seid
heut droht euch ein tordebakel
null zu fünf. es tut mir leid

alles schaben außer schwaben (15): vfl bochum

zwischen schalke und dem dortmund
gibt es nicht nur hass und zwist
sondern auch ne stadt, die hort und
heimat guter menschen ist

dort kann zwerg karriere machen:
kai michalke, bastürk, wosz
bist du groß, gibts nix zu lachen
perspektive heißt hier: frosch

bochum steht, die andern kauern
perlenkranz im schweinrevier
fast beginn ichs zu bedauern:
ihr verliert heut eins zu vier

der lederwecker (teil sechs)

achtel-, viertel-, halbfinale?
kein problem. mit einem male
stand das große endspiel an
davon träumt jeder fußballmann

in schwedens stolzer hauptstadt wien
am fußgelenk des apennin
wo einst die pyramiden standen
besiegten wir die niederlanden

mit einem kopfball vor der pause
schoss ich die gauchos ab nach hause
und als ich den pokal hochhob
da zollte mir mein geiste lob:

alles schaben außer schwaben (14): bayer leverkusen

dass am stadion kreuze hängen
evoziert einen vergleich:
denn die stimmung auf den rängen
ist tatsächlich friedhofsgleich

nichts reimt sich auf leverkusen?
aber halt, da war doch was:
neudeutsch für verlieren: losen!
da nützt auch kein pillenfass

auf den titel müsst ihr wachten*
wie herr gross auf seinen kamm
denn heut steht retortenschlachten
auf dem vfb-programm

*heynckesianisch für warten

der lederwecker (teil fünf)

ich übte und trainierte brav
bald buhlten schon der thomas schlaaf
sowie der franz, der bettenbauer
um meinen dienst als ballweghauer

als kicker machte ich karriere
bekam viel kohle und viel ehre
und eine spielerfrau (blondiert)
auf einem goldtablett serviert

der bundestrainer rief nach mir
denn die wm stand vor der tür
die vorrunde? ein kinderspiel
wir trafen und wir siegten viel

der lederwecker (teil vier)

doch dann, ein ball, mit großer wucht
riss mich aus meiner traumesbucht
er traf mich oberhalb vom ohr
und prallte ab und ging ins tor

mein team dadurch den sieg erlangte
was man mir ausgelassen dankte
sie feierten und zogen hüte
köpften sekt in der kajüte

dies war für mich der punkt der wende
mein lotterleben fand ein ende
seit diesem tage renn und tret ich
gegen das, was rund und ledrig

der lederwecker (teil drei)

dies war der letzte der versücher
mich zu begeistern für die bücher
ich galt als hoffnungsloser tropf
ein jeder schüttelte den kopf

doch es kam, was kommen musste
und ich insgeheim auch wusste:
der schicksalsvogel, gar nicht sachte
mir gackernd auf den scheitel machte

der pauker pfiff. sportunterricht!
fast alle rannten. einer nicht
fußball auf dem lehrplan stand
ich gähnte an der sprossenwand

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