Archiv für die Kategorie „gedicht“

20 jahre soli

seit 20 jahren blech ich jetzt
dass ossi sich auf daunen setzt
er schwingt die hängematte
dank geld, das ich mal hatte

seit 20 jahren finanzier
ich ossis neue kleider
thor-steinar-pullis, zu viel bier
und er? bewundert haider

seit 20 jahren zahl ich ein
für ossis, die nur gammeln
für tuning, piercings und – gemein!
kein dank gibts, sondern jammeln

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musik

ob johnny (thunders, rotten, cash)
ob jackson (joe und michael)
ob spoon, zeke, byrds, finch, pale, braid, ash
ob weezer (spätwerk: heikel)

ob grenzgeniale irre (ween)
ob vandals, shins, pantera
ob grenzgeniale irre (queen)
ob conor (o., nicht sarah!) –

der mensch lebt nicht vom brot allein
und nicht von amiserien
nein. manchmal muss es mucke sein
die schickt den geist in ferien

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fünf lügen, eine wahrheit

die assel
frisst den tiger
in kassel
fließt der niger

ein wildschwein
ist stets schüchtern
von rotwein
wird man nüchtern

der trichter
kommt aus bremen
der dichter
tut sich schämen

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knüppel aus dem sek

auf der schwäbsche eisebahne
isch a polizischdle gfahre
goht nach schduargard, schlösslesplatz
freut si auf sain großeinsatz

pfefferschbraypischdole g’lade
wasserwerferrohr schdehd grade
prügelt in die menge rein
bricht dem rentner s’schlüsselbein

„wohlschdandsbürger, du verwöhnter!
passts dir ned, dann geh doch!“, höhnt er
schdaadsgewalt wird demonschdrierd
grundrecht isch schnell massagriert

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nieder mit dem klammeraffen

ein virus plagt den journalist
so stark, es ist ein jammer
wer zweifel hat und witzig ist
der greift ganz schnell zur ():

„ein trainer isse (k)ein idiot“
„venedig sehen und (st)erben“
in seiner formulierungsnot
da quält er ad- und verben

und klammerts in der überschrift
dann kann mans (kaum) ertragen
das wirkt wie zigare(a)ttengift
man will den (au)tor schlagen

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es gibt reisen, baby

wenn einer eine reise macht
dann kann er was erzählen:
das schulenglisch wird ausgelacht
die kissenbonbons fehlen

der pool hat fiese 14 grad
zum frühstück gibts nur bohnen
dem mietgolf fehlt ein hinterrad
am strand, da wimmeln drohnen

der rückflug? beinah abgestürzt
geklaut: das gucci-mieder
das fazit mit viel verve gewürzt:
so schön, ich möcht bald wieder

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was macht acatenango eigentlich heute?

er galoppierte wie ein sturm
durch iffezheim und daglfing
der rest vom feld: so lahm wie wurm
an seinem hals der lorbeer hing

doch leider ist das lang vorbei
was macht der hengst nur heute?
ist er salami? isst er brei?
traut er sich unter leute?

na sicher: gaulchen geht es gut
er tanzt (am liebsten tango)
selbst orofino zieht den hut
vor sir acatanengo

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das doppelleben der dichter

am tage tut er stets charmant
der freiherr joseph eichendorff
des nachts nimmt schaufeln er zur hand
und häuft auf seine leichen torf

genauso harmlos und adrett
tut johann wolfgang goethe
sind menschen da, ist er erst nett
doch später heißts: ich töte!

die reihe ließ sich weiterführn
ob shakespeare, lessing, schiller
die dichter ham, so scheints, maniern
in wahrheit sind sie killer

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eine schnelle bandgeschichte (6): guns n’roses

bandana, haarspray, goldner schmuck
zu enge radlerhose
und jedes zweite wort war „fuck“:
gestatten, axl rose

bedauerlich: das ist vorbei
es folgten: dreads mit locken
es wuchs die wichtigtuerei
der saft, er wurde trocken

er herrschte über rock und welt
mit rosen und mit knarren
doch heute ist der hardrock-held
der könig aller narren

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o kocher, du perle der natur!

er fließt durchs hohenloher land
durch künzelsau und aalen
nur kennern ist er gut bekannt
der rest? das sind vandalen

so schnell, als hätt man ihn gewachst
die reinheit gibt zu denken
sein größter feind? na klar: die jagst
die möcht er gern ertränken

ein fluss, so knisternd, klar und schön
fast wie ferrero rocher
wann werde ich dich wiedersehn?
du freudenquelle kocher

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